Kleine Kalmit: Mit 270m die höchste Erhebung in der Rheinebene

Die Kapelle Mater – Dolorosa

„Zum Troste der Armen“

Von weitem sichtbar sehen wir auf der Kuppe der Kleinen Kalmit eine 1851 erbaute Kapelle, die als hell leuchtendes Bauwerk eine leichte Orientierung in der Landschaft bietet. Von hier aus öffnet sich die Landschaft in alle Himmelsrichtungen:

Ein Rundblick zeigt uns das markante Hambacher Schloß im Norden, bei klarem Wetter Heidelberg, Wörth und Karlsruhe, die Silhouette des Schwarzwalds und die Ausläufer der Vogesen und dann ganz nah im Westen die Haardt mit der Burg Landeck und der Madenburg.

Herrlich sind hier die Sonnenuntergänge und die verschiedenen Lichtstimmungen. Hier lohnt ein Besuch zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter.

Mitten im Paradies

Das Naturschutzgebiet Kleine Kalmit grenzt im Südwesten direkt an Landau-Arzheim. Der 270 Meter hohe Hügel entstand vor etwa 30 Millionen Jahren als Ablagerung von Landschnecken- und Cerithienkalk.

Schon 1321 wurde hier Kalk abgebaut und in den Kalköfen von Ilbesheim und Arzheim gebrannt oder als Straßenschotter verwendet. Mit den Vertiefungen sehen wir heute noch die Abbau – Verletzungen der Erdoberfläche, durch die sich hier durch das Zusammenspiel von Trockenrasen und feuchteren Mulden ein reichhaltiges Leben entwickeln konnte. So finden wir auf der Kleinen Kalmit eine reiche Vegetation, unter anderem die seltene Küchenschelle und etliche Disteln und Orchideen. Magere Wiesen und Trockenrasen bilden hier einen einzigartigen und schützenwerten Lebensraum.  Zur artenreichen Fauna des Naturschutzgebietes gehören so auch über 80 Spinnen- und über 40 Schmetterlings – Arten.

Der Kalkberg war in seiner urgeschichtlichen Entstehung bis in eine Tiefe von 1700 Metern in den Rheingraben eingesunken und verschüttet, ehe er durch Erosionsprozesse über Jahrmillionen wieder zutage gefördert wurde.

Der Name Kalmit kommt sehr wahrscheinlich vom lateinischen Kahler Berg (mons calvus )

Die Erhebung bildete sich bei der Absenkung des Rheingrabens aus Kalk- und Muschelablagerungen eines urzeitlichen Meeres. Die Ursache hierfür waren Zugspannungen in Erdkruste und Erdmantel. Diese Spannungen riefen eine Dehnung und Ausdünnung der Erdkruste.

Dadurch senkte sich die Erdoberfläche in der Grabenzone ab. Im Oberrheingrabengebiet wurden zeitgleich die Gebiete westlich und östlich zu den Grabenschultern von Vogesen/Pfälzerwald bzw. Schwarzwald/Odenwald emporgehoben.

Über die Kleine Kalmit führt die Südroute des Pfälzer Jakobswegs

Die Pfälzer Jakobswege gehören zu den europäischen Jakobswegen, die als historische Pilgerwege in die nordwestspanische Wallfahrtsstadt Santiago de Compostela führen. Als Markierungszeichen für diesen Pilgerweg finden wir auch vor der Kapelle auf der kleinen Kalmit die Jakobsmuschel.